Geschichte

„Geschichte ist nicht nur Geschehenes, sondern auch Geschichtetes – also der Boden, auf dem wir stehen und bauen.“

Hans von Keler (*1925), deutscher Theologe

 

Unterricht

Das Fach Geschichte wird an unserer Schule in der Sekundarstufe I in den Klassen 6, 7 und 9 unterrichtet. Ab dem Schuljahr 2011/2012 wird zudem eine Ergänzungsstunde Geschichte in der Klasse 8 eingerichtet.
Bei dem im Unterricht verwendeten Lehrwerk handelt es sich um „Zeiten und Menschen“ 1 bis 3 aus dem Schöningh-Verlag.

Im Wahlpflichtbereich II der Klassen 8 und 9 wird in Zusammenarbeit mit dem Fach Politik/Sozialwissenschaften ein Kurs Geschichte/Politik zweistündig angeboten.
In den 4 Halbjahren werden Inhalte aus lokal-, regional-, deutsch- und europäisch-orientierter Politik und Geschichte thematisiert und mit Hilfe sozial- und geschichtswissenschaftlicher Methoden erarbeitet.

In der Sekundarstufe II wird in allen Jahrgangsstufen Unterricht in dreistündigen Grundkursen, in der Q1 und Q2 zusätzlich in fünfstündigen Leistungskursen angeboten; außerdem werden in der Q2 dreistündige Zusatzkurse eingerichtet.

Zudem wird in der Q1 ein Projektkurs angeboten, in dessen Rahmen die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Fahrt in die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau erfolgt.

Die Geschichtslehrinnen und -lehrer sind Katrin Budde, Ümit Cengiz, Lutz Küster, Ursula Pannes, Ingo Samp, Sebastian Schmitz (Studienreferendar) und Katharina Schiwon.

 

Ziele und Schwerpunktsetzung des Unterrichts

Die Auseinandersetzung mit dem Entstehen menschlicher Gesellschaften, deren Entwicklung in Raum und Zeit, den Entwicklungsprozessen, die bis in die Gegenwart hineinwirken und die das gegenwärtige Urteilen und Handeln der Menschen sowie ihr Planen in der Zukunft beeinflussen, führt zur Ausbildung eines reflektierten Geschichtsbewusstseins als zentralem Ziel des Geschichtsunterrichts. Dieses Ziel wird u.a. dadurch erreicht, dass die Schülerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht

  • ein Bewusstsein für die Unterscheidung von „real“ und „fiktiv“ entwickeln, die Merkmale historischer Zeit erfassen und Ereignisse grobchronologisch einordnen,
  • lernen, wie eine Kenntnis der Vergangenheit über die Interpretation von Quellen und die Analyse von Darstellungen gewonnen werden kann und
  • Perspektiven verschiedener Gruppen, die von unterschiedlichen Interessen abhängig sind, einnehmen, und deren Selbstbilder erkennen.

Wir legen Wert auf eine schülerorientierte und lokal- sowie regionalgeschichtlich ausgerichtete Vermittlung historischer Sachverhalte und Probleme. Der Geschichtsunterricht am Amplonius-Gymnasium hat deswegen folgende, auch im Schulprogramm verankerte Zielsetzungen:

  • Einbeziehung lokal- und regionalgeschichtlicher Aspekte
  • Einbeziehung von Zeitzeugen in das Unterrichtsgeschehen
  • Anregungen zur Teilnahme an geschichtsorientierten Wettbewerben
  • Exkursionen zu außerschulischen Lernorten

Lokal- und regionalgeschichtliche Aspekte werden durch die seit langer Zeit intensive Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv in den Unterricht mit einbezogen; hier stehen unseren Schülerinnen und Schülern z. B. auch alle Möglichkeiten für die Forschung im Rahmen einer Facharbeit in der Q1 zur Verfügung.

Das Einbeziehung von Zeitzeugen in den Unterricht wird als unverzichtbares Element authentischer und erlebnisorientierter Geschichtsvermittlung angesehen. Hierbei kann die Fachschaft mittlerweile auf eine gewisse Tradition zurück schauen, indem sie darauf verweist, dass es in den letzten Jahren – u.a. mit Unterstützung der VHS – einige Male gelungen ist, prominente und exponierte Zeitzeugen für eine sehr direkte und intensive Vermittlung historischer Sachverhalte und Probleme mit Vorträgen und Diskussionen an die Schule zu holen. Aber auch lokale Zeitzeugen bereichern immer wieder den Unterricht.

Die Teilnahme an Wettbewerben war in den letzten Jahren vielen Schülerinnen und Schülern aufgrund von Anregungen durch die FachlehrerInnen möglich; hierbei gab es teilweise hervorragende Platzierungen und Preise. Jüngstes Beispiel ist die Teilnahme am Wettbewerb der Sparkasse zum Ersten Weltkrieg (2014), bei dem der Leistungskurs Geschichte den ersten Platz erhielt.

Zu den Exkursionen zählen vor allem die obligatorische Fahrt des Leistungskurses nach Berlin und die für die Oberstufe jährlich stattfindende Studienfahrt in die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau.

 

 

Schulinternes Curriculum


Leistungskurs Geschichte gewinnt ersten Preis beim Sparkassen-Wettbewerb zum Ersten Weltkrieg

Wie kann man das Thema „Erster Weltkrieg“ kreativ aufarbeiten, ohne dass es eine bloße Ansammlung von Quellen ist? Als Antwort auf diese Frage haben sich die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte in der Q2 für eine szenische Lesung entschieden. Dabei kommt es nicht so sehr auf das Vorhandensein zahlreicher Requisiten und schauspielerischen Talents an. Im Mittelpunkt stehen die entsprechenden Texte, die auf der Bühne auch genutzt werden dürfen. So zeigt der Beitrag des Leistungskurses einen fiktiven Soldaten namens Theo Schumann, der seinen Geliebten zu Hause in regelmäßigen Abständen Briefe schreibt. In diesen berichtet er über die Geschehnisse an der Front, wiederum wagt er es nicht, ihnen die ganze Wahrheit zu sagen. Diese Gedanken, die sich in seinem Kopf während des Schreibens entwickeln, zeigen den dramatischen Zwiespalt der Soldaten des Ersten Weltkrieges: Einerseits wollte man durch das Schreiben der Briefe seine Gedanken mit jemandem teilen und sein Gewissen beruhigen, andererseits sollten die Menschen in der Heimat nicht unnötig beunruhigt werden. Somit gab es neben der offiziellen Militärzensur auch die Zensur durch die Rücksicht der Soldaten gegenüber ihren Familien. Gerahmt wird die Geschichte um den einzelnen Rheinberger Soldaten durch Beiträge von Kaiser Wilhelm II., weiteren Frontsoldaten und Regimentskommandeuren.

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